Elsa Sachs Friedmann (1910-1966)

elsa sachs friedmann
Foto: Privatbesitz

Als Tochter der Besitzer des feinen Leinengeschäftes „Adolf Alkan“ stand Elsa Sachs die Welt offen. Sie ging in die besten Schulen, machte ihren Gymnasialabschluss in der Schweiz, ging oft ins Theater und in die Oper. Sie war vernarrt ins Klettern und Schifahren. Und auch das Klavierspielen bekam sie recht gut hin.

Am 15. April 1936 heiratete sie Julius Friedmann. Er wurde in Sonneberg geboren und war der Sohn eines Pferdegeschirrherstellers. Seine Mutter starb, als er Anfang 20 war. Sein Vater wurde von den Nazis in Theresienstadt ermordet.

Im Dezember 1938 gelangten Elsa und Julius Friedmann zuerst nach Holland und von dort aus entkamen sie in die USA.

Die Nazis erlaubten ihnen einen großen Teil ihrer Möbel, ihres chinesischen Porzellans und Silbers mitzunehmen. Zusätzlich schaffte die Familie, im Schornstein eines holländischen Rheindampfers, Gold im Wert von 1000 Dollar zu schmuggeln. Wenn sie geschnappt worden wären, hätte dies ihren Tod bedeutet.

In den USA schaffte Elsa Friedmann es als erste der Familie einen Job als Verkäuferin in einem Kaufhaus zu bekommen.

Elsa Friedmann hatte mit ihrem Mann entschieden, dass sie keine jüdischen Kinder in Nazideutschland bekommen wollten, erst nachdem sie sich in Detroit etabliert hatten, bekamen sie einen Sohn und eine Tochter.

„Die meiste Zeit meiner Kindheit und Jugend war meine Mutter die Präsidentin einer wohltätigen Organisation mit dem Namen „Die Selbsthilfe – The Self Help“. Diese Organisation hatte sich gegründet, um jüdische Flüchtlinge, die in die Region um Detroit gekommen waren, zu unterstützen. Sie versorgte sie mit Geld, Unterkünften, half ihnen Beschäftigungen zu finden, in der neuen Umgebung zurechtzukommen und die Sprache zu lernen. Sie war das Herz und der Kopf dieser wunderbaren Organisation.“