Alfred Masur

Sanitätsrat Dr. Alfred Masur, Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde (1869 – 1941)

Alfred Masur wird 1869 in Coburg geboren. Er wird Arzt. Seine Praxis befindet sich in der Mohrenstraße 26.

Ab 1911 ( bis 1941) ist er Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde.

Im Dezember 1931 wird er zum ersten Mal Opfer der antisemitischen Zerstörungswut, als ihm die Scheibe seiner Korridortüre eingeschlagen wird.

Als im März 1933 die Misshandlungen von Juden einsetzen, beginnt auch die Verfolgung Masurs. Seine Person erregt die Aufmerksamkeit der nationalsozialistischen Funktionäre: Nicht nur als Vorsitzender der Gemeinde und seiner ständigen Proteste gegen den Terror, sondern auch als Mitglied einer jüdischen Loge und Vorsitzender des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus.

Zunächst flieht Dr. Masur aus Coburg. Doch im März 1933 wird er, als er in seine Heimatstadt zurückkommt, am Bahnhof aufgegriffen und in die sogenannte „Schutzhaft“ verbracht. Nach Misshandlungen in der Prügelstube des Rathauses unternimmt Dr. Masur einen Selbstmordversuch. Als er entlassen wird, begibt er sich nach München, wo er erneut verhaftet wird (siehe Tondokument).

Nach seiner Rückkehr muss er die Praxis aufgeben.

1941 stirbt Alfred Masur in Coburg.

Alfred Masur

Tondokument:

Ein Bericht über die Zeit der Gefangenschaft Dr. Alfred Masurs in München von Stephan Lorant in seinem Buch: „Ich war Hitlers Gefangener“ (München 1985, S.76f.)

Text gelesen von Irmingard Eidt und Rolf Schilling